Tagesberichte vom 09.04. bis 11.04.2010 - Netty

Ein letztes Mal auf Reisen gehen hieß es am Freitag. Sderot, eine Stadt die sehr nah am Gazastreifen gelegen ist und früher ein- bis zweimal die Woche unter Raketenbeschuss stand, sollte eines unserer Tagesziele sein. Somit begaben wir uns um 8.00 Uhr morgens auf den Weg in den Süden. Nach fast zwei Stunden Fahrt angekommen, bekamen wir eine Einweisung  bezüglich des Verhaltens bei einem Anschlag. Richtung Osten laufen, sich hinter einer Mauer verstecken, Kopf schützen – und das innerhalb von 10 bis 15 Sekunden. Es war so ruhig in dieser Stadt, dass es ein eher unwohles Gefühl hervorrief. Die Anspannung der Gruppe war deutlich zu spüren, sobald ein unerwartetes Geräusch auftauchte und man den Alarm „Adom zewa“ vermutete. Darauf besuchten wir einen Schutzbunker, in dem uns ein Film gezeigt wurde, der die Zustände im Jahr 2007 verdeutlichte. Dieser Film zeigte Eindrücke, die normalerweise nicht in den Medien vermittelt werden. Es schien wichtig, dass wir sahen, wie es in Kriegszeiten vor Ort zugeht und welchen Einfluss Medien auf Menschen haben. Auch ein Blick auf Gaza wurde uns von einem Aussichtspunkt ermöglicht und somit unser geografisches Wissen wiederum aufgebessert. Roman wollte unser Wissen bezüglich Israels und seinen Nachbarn jedoch noch weiter aufbessern und führte mit uns daher diesbezüglich ein interessantes Gespräch. Nach all diesem erworbenen Wissen fütterten wir unsere grauen Zellen mit Schawarma und rüsteten uns für das interaktive Strandspiel, welches in Herzliyya auf uns wartete. Bereits zwei Stunden später war es unsere Aufgabe am Strand ein 3D-Modell von Israel im Sand entstehen zu lassen und daran festzustellen, welche Orte wir während  unserer Reise erkundet haben. Nach einem langen aber sehr interessanten Tag ließ jeder diesen in seiner Gastfamilie beim Sabbat-Essen ausklingen.
Samstag hieß es leider Koffer packen, bevor wir uns ein letztes Mal am Strand trafen um das Mittelmeer ausgiebig zu genießen und uns in unterschiedlichster Weise bereits ausgiebig von unseren Gastfamilien verabschiedeten. Am Abend kamen um 20.00 Uhr alle Organisatoren, Gastfamilien und Teilnehmer im Schwimmbad zusammen, um dort auch eine große Abschiedszeremonie zu zelebrieren. Es war deutlich zu spüren, dass es niemandem leicht fiel sich von den neu gewonnenen Familienmitgliedern und Freunden zu verabschieden und diese wunderbare Zeit enden zu lassen. Umarmungen und Tränen zeigten dies deutlich. Doch bereits um 1.30 Uhr mussten wir uns auf den Weg zum Flughafen begeben und uns den unzähligen Kontrollen stellen, die scheinbar für die Gruppe sehr interessant waren. Die Zeit bis zum Abflug vertrieben wir uns mit dem Austausch unserer Eindrücke und letzten Einkäufen. Um 6.20 Uhr machten wir uns auf den Heimweg und fielen nach vier Stunden sowohl glücklich über das Wiedersehen als auch traurig über das Ende der Reise unseren Familien in die Arme.

Tagesbericht vom 07.04.2010 - Lucy

Heute ging es zu einem der wichtigsten religiösen Städte überhaupt: Jerusalem.
Nachdem sich alle, (teilweise auch mit kleinen Verspätungen) an unserem Treffpunkt eingefunden hatten ging es für unsere 17-köpfige Gruppe plus ein paar Israelis los zur Heiligen Stadt. Dort angekommen schauten wir uns zuerst in einem ruhigeren Randteil der Stadt die Kirche St. Maria an, danach ging es weiter zur Holocaustgedenkstätte „Yad Vashem“ mit anliegendem Militärfriedhof. Yad Vashem ist die weltgrößte Gedenkstätte für die Opfer des Holocausts und war wahrscheinlich unser ergreifendster Tagespunkt. Mit Kopfhörern ausgestattet wurden wir von einem freundlichen deutschsprachigen Guide durch die Einrichtung geleitet, der alles gut erklärte und die Führung sehr spannend gestaltete. Trotzdem ist der Holocaust bis in unsere heutige Zeit ein sehr schwieriges Thema geblieben, doch gerade wir als Deutschen müssen uns mit der Geschichte auseinandersetzen um eine Wiederholung zu vermeiden und es besser machen.
Nach dieser aufrüttelnden Erfahrung ging es tiefer in die Hauptstadt Israels, der Bus stoppte im jüdischen Viertel und wir liefen gemeinsam zum Heiligsten Platz des gesamten Judentums, der Klagemauer. Nachdem die Jungen von den Mädchen getrennt wurden, ging jeder ehrfürchtig zur Mauer um seinen Wunsch (geschrieben auf einem Zettel) in die noch verbliebenden Spalten der Gedenkstätte zu stecken. Nachdem dies jeder getan hatte ging es rückwärts mit Blick zur Mauer wieder zurück zum großen Platz. Danach gingen wir über den Basar in Richtung Felsendom. Wir konnten den Kreuzigungsgang von Jesus in den einzelnen Stationen nachvollziehen, die schließlich in seinem Grab endeten. Hier wird deutlich, dass Jerusalem Treffpunkt der größten Weltreligionen ist und sie auch in Frieden nebeneinander leben können. Als letztes hatten wir 2 Stunden Freizeit die jeder nutzte um über den bunten Markt zu schlendern, dann ging es nach einem sehr eindrucksvollen Tag nach Hause zu unseren Gastfamilien.

Tagesbericht vom 06.04.2010 - Sascha

Morgens, halb acht in Israel, Großfamilie Abadi: Mama liest Zeitung, Papa sitzt im Arbeitszimmer und checkt seine Mails, der älteste Sohn ist bei der Musterung für zwei Tage, der mittlere Sohn schläft noch, müsste aber eigentlich schon seit drei Minuten zur Schule gestartet sein, der kleinste Sohn rennt ununterbrochen umher, kommt aber ebenso wenig vorwärts. Meine einzige Gastschwester liegt ebenfalls im Bett, wie lang weiß wohl keiner. Und ein deutsches Austauschkind mittendrin, macht mehr oder weniger sein eigenes Ding, denn die Gasteltern sprechen spärlich Englisch. Aber kein Problem, schließlich geht es heute wieder nach Tel Aviv, der Künstlerstadt Israels. Auch wenn wir vor zwei Tagen schon mal dort shoppen waren, gibt es dort dennoch genug Plätze, die lohnenswert sind, sich anzugucken. Neben dem Tagesprogramm waren Assaf und Snir als Begleiter  ebenfalls gerne gesehen, so dass dieser Tag durchaus seinen Charme haben sollte.

So kamen wir dann auch an den ersten sehenswerten Platz, den neuen Hafen von Tel Aviv. Entgegen dem eigentlichen Sinn von Häfen, ist dieser doch eher zu einer Kaffee- und Restaurantmeile geworden. Logisch, dass wir die Stunde Freizeit mit Kaffeegetränken und in der Sonne liegend verbrachten. Danach ging es weiter nach Old Jaffa, die Altstadt von Tel Aviv, fast 3000 Jahre alt. Assaf informierte uns über die Geschichte und zeigte uns einige Besonderheiten der alten Stadt. Wenig später erwischten wir uns wieder beim Shoppen, diesmal aber auf den Flohmärkten, wo es jede Menge Ramsch und unnötigen Kitsch gab. Die meisten kauften aber zum Glück nicht all zu viel, sodass wir unser Programm zeitgemäß weiterführen konnten. Danach ging es nämlich für einige an den richtigen Stadtstrand zum Baden in den meterhohen Wellen, die anderen zog es ein zweites Mal ins Einkaufgetümmel in den Straßen der Stadt am Mittelmeer. Wenige Stunden später und mit etwas Verspätung war die Gruppe wieder komplett, um die letzte Station, den Besuch der Coca-Cola-Werke, zu bewerkstelligen. Anderthalb Stunden voller Werbung für den amerikanischen Drink, aber doch sehr emotionsvoll und aufregend. Am Ende gab´s dann auch für jeden eine Flasche Cola zum Mitnehmen sowie ein Gruppenbild, fotografiert vor einer Sammlung von Coca-Cola-Dosen.

Alles in Allem ein weiterer sehr sehr schöner Tag, einen Dank an die Organisatoren und jetzt ist auch meine Gastfamilie wieder komplett und wartet auf das fabelhafte Essen von Mama Abadi.

Tagesbericht vom 05.04.2010 - Julia + Julia

Ausschlafen! Endlich mal wieder ausschlafen! Es ist schon schön, wenn die Schlafdefizite mal nicht auf Busfahrten nachgeholt werden müssen, sondern der Wecker an einer annehmbaren Uhrzeit (bei uns um elf Uhr ) Alarm schlägt. Die gesamte Gruppe hielt es an unserem freien Tag nicht ohne einander aus und traf sich am Mittelmeer, um das fabelhafte Wetter zu geniessen (Der Tag stand unter dem Motto: braun werden! bzw. noch brauner werden).
Mit Handtuch, Sonnencreme und Lunchparket bewaffnet, machten wir uns nach einem entspannten Frühstück (Salat mit Ei und Cottagekaese, sehr seltsame Kombi, aber lecker) auf den Weg zum traumhaften Sharon Beach. Mal wieder zeigte sich der starke Zusammenhalt in der Gruppe: Die Lunchpakete wurden brüderlich und schwesterlich geteilt und während wir uns die Sonne auf den Bauch schienen ließen, wurde entspannt geplaudert (egal ob Hebräisch, Englisch oder Deutsch).
Am Abend konnten wir ein Schlemmermenue geniessen, das uns unsere Gastmutti zauberte. Pessach ist vorbei und daher gab es Spagetti Bolognese (*yammie*, wie sehr wir das vermisst hatten!).
Nachtisch gabs in der Yoghurtbar in der Straße Ahuza. Ob kleine, mittlere oder große Portionen. Mit Nüssen, Früchten, oder Soße: das Dessert war mal wieder einfach nur viiiel zu lecker .
Pappesatt verbrachte die gesamte Gruppe aus Deutschen und Israelis weitere schöne Stunden miteinander. Soviel dazu, der Wecker klingelt morgen um sieben Uhr. In diesem Sinne: Laila Tov!

 

Tagesbericht vom 04.04.2010 - Julia Lilli

Am Sonntag, den 4. April 2010 fuhren wir nach Haifa um die Innenstadt zu besichtigen. Unter anderem bekamen wir den Bahai Garden zu sehen, welcher einen farbenfrohen Kontrast zu den Wüstenlandschaften bildete, von denen wir in den vergangenen Tagen umgeben waren.
Anschliessend ging es auf nach Zefat, um das dortige orthodoxe Viertel zu erkunden, in welchem viele kleine Läden, die vor allem Kunstgegenstände verkauften, zum bummeln einluden.
Desweiteren besuchten wir die Kunstgalerie von David Friedman, einem spirituellen Künstler , der in seinen Werken die Grundlagen der Kabbalah darstellt. Er erklärte uns, auf sehr interessante und anschauliche Weise, anhand einiger seiner Bilder die Lehre der Kabbalah
Der nächste Stop war die Brotteilungskirche, der Ort, an dem Jesus, laut dem Alten Testament, einen Laib Brot und einen Fisch so teilte, dass das gesamte Volk Israels davon ernährt werden konnte.
Danach fuhren wir zu Jesus' Wohnort am Galiläsee und schauten uns die Ruinen alter Synagogen an.
Zum Abschluss des Tages machten wir uns auf den Weg nach Tel Aviv, um das dortige Nachtleben zu erkunden. Es wurde viel getanzt, gesungen und gelacht: dies rundete diesen sehr lehrreichen, aber auch amüsanten Tag perfekt ab.

Tagesbericht vom 03.04.2010 - Carolin

"Come on guys, get up !" so hieß es heute Morgen um 6.30 Uhr. Danach folgte Zähneputzen, Sachen packen und frühstücken, bevor es in den Bus ging. Bevor wir uns auf den Heimweg begaben, besuchten wir jedoch im Timna Tal ein Besucherzentrum, in dem uns ein Film über das Kupfervorkommen gezeigt wurde und wir erfuhren, dass einst die Ägypter sich auf die Reise ins Timna Tal begaben um dort Kupfer abzubauen. Daraufhin machten wir mit dem Bus eine Tour durch den Timna Park, um uns die unterschiedlichsten Felsenformungen anzuschauen, bevor wir mit gefärbten Sand uns kleine Erinnerungsstücke schufen. Auf einem höher gelegenen Aussichtspunkt, konnte man den weiten Ausblick über die Wüste genießen und einen Blick auf eine Ramsisstatur erhaschen. Da Erkunden bekanntlich hungrig macht, hielten wir am frühen Nachmittag am Toten Meer und genossen das gute Essen in einem Restaurant. Bereits eine Stunde später konnten wir unsere Gastfamilien in die Arme schließen. Nach kurzem Verweilen in der Gastfamilie, machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt Ra'anana´s, um dort bei einem gemütlichen Abendessen die weiteren Tage zu besprechen und den Ausflug in die Wüste abzurunden.

Tagesbericht vom 02.04.2010 - Franziska

Mit einem zarten Wecken durch Kelle und Topf, begann unser Tag pünktlich um 6 Uhr. Nachdem wir gefrühstückt und uns in die Badesachen übergestreift hatten, ging es an das Rote Meer nach Eilat. Bevor wir jedoch die totale Entspannung suchten, begaben wir uns erneut auf eine Wander- und Klettertour. Es war ein kurzer aber sehr interessanter Ausflug in die Wüste, den einige nutzten, um Erinnerungsfotos mit den patrouillierenden Soldaten zu machen. Wir kamen erneut bis an das Grenzgebiet zu Ägypten. Dort teilten wir uns in verschiedene Gruppen, die jeweils einen anderen Schwierigkeitsgrad wählten. Nachdem wir vollzählig und gesund den Bus erreichten, ging es einige Minuten später an den Strand nach Eilat. Das Highlight des Tages war, die Gelegenheit zu nutzen und Schnorcheln zu gehen. Wir entdeckten die verschiedensten Korallen und Fischarten. Danach ging es zügig in die Innenstadt, um den Einkaufsdrang auszuleben. Schnell war jedoch auch hier die Zeit vorbei. Auf dem Weg zurück ins Kibbuz, hatten wir die Möglichkeit durch einen kleinen Umweg Flamingos beim Essen zu beobachten und einen Blick auf den jordanischen Flughafen zu erhaschen. Zurück im Elifaz bereiteten wir uns auf den Shabbat vor und genossen das Essen, nach dem ein Gebet gesprochen wurde. Anschließend hatten wir einen "Kumsitz', bei dem wir miteinander tanzten und sangen. So klang auch dieser Abend sehr ruhig aus und wir waren bestens auf die Heimreise nach Ra'anana vorbereitet.

Tagesbericht vom 01.04.2010 - Diana

Nach einer kurzen und kühlen Nacht in unserem Zelt, ging es für uns um 8 Uhr morgens gemeinsam mit der Gruppe aus Bramsche nach einer kurzen Fahrt in die Wüste. Wir wollten 14 ausgetrocknete Wasserfälle erobern. Obwohl wir alle bestens mit Wasser versorgt waren, wurden wir mit weiteren 1,5 bis 3 kg Wasser belastet. Wir wanderten und kletterten über Stock und Stein bei anfangs noch kühlen Temperaturen. Zwischendurch beobachteten wir bspw. eine Gruppe Adler bei der Nahrungssuche. Oben auf dem Berg, dort wo auch wir hin wollten, standen Gämse. An manchen Stellen war der Aufstieg sehr mühselig, da es dort sehr steil ist, doch letztendlich haben wir es alle geschafft. Der langwierige und steile Aufstieg konnte unserer guten Laune nichts anhaben, denn es gab stets etwas zu lachen und wir hatten beeindruckende Panoramamotive im Visier. Die Aussicht auf dem Gipfel, die wir genossen, war einzigartig. Wir konnten auf Ägypten, Jordanien und das Tote Meer blicken, obwohl wir uns noch 200 m unter dem Meeresspiegel befanden. Nach 6 Stunden, die wir wie eine halbe Ewigkeit empfanden, gelangten wir ins Tal und hatten lediglich den 3 km langen Weg zum Bus vor uns Es gab nichts außer Sand, Steine und vertrocknete Sträucher und Bäume. In den Wasserflaschen war mittlerweile Ebbe und auch unsere Kraft war verbraucht. Man hörte am Ende im Minutentakt den Aufschrei, wenn der Bus in Sichtweite war und allen bewusst wurde, dass sie eine schwierige und lange Strecke ohne große Probleme gemeistert haben. Wieder im Kibbuz angekommen, gab es das lang ersehnte Mittagessen, um sich für  den weiteren Tagesverlauf zu stärken. Wir teilten uns in Gruppen. Die eine Gruppe konnte Eilat etwas erkunden und die andere entspannte am Strand. Am Abend haben wir geholfen unser Essen selbst zuzubereiten. Während des Garens der Speisen wurde der Fußballplatz genutzt und ein Spiel mit Mitgliedern des Kibbuz fand statt. Wie bereits am Abend zuvor, verdauten wir das köstliche Essen beim gemeinsamen Lagerfeuer.

 

Tagesbericht vom 31.03.2010 - Marcus

Der erste Tag der Reise in den Süden begann heute. Früh ging es mit dem Bus los in Richtung Eilat. Die Reise sollte uns quer durch Israel führen und so sahen wir bereits aus der Ferne die beeindruckende Stadt Jerusalem. Unser erstes Ziel sollte der tiefste Punkt der Erde, das Tote Meer, sein. Wir alle hatten fürchterliche Angst kleine Wunden zu haben, die furchtbar schmerzen würden. In den meisten Fällen ging es jedoch gut aus und wir genossen auf dem Wasser zu liegen und keinerlei Bewegung machen zu müssen. Am Strand sahen wir viele Menschen, die sich mit Schlamm einrieben. Weil uns die heilende und wohltuende Wirkung des Schlammes interessierte, taten wir es ihnen gleich und rieben uns von Kopf bis Fuß mit der dunklen Masse ein. Nachdem wir den Schlamm abgewaschen haben und somit die gesamten natürlichen Heilmittel ausschöpften, genossen wir die Sonne am Strand. Erst jetzt fingen die Wunden an zu brennen. Doch die Wirkung einer weicheren Haut und der Heilwirkung für Wunden war nicht zu verfehlen. Nach einem ausgiebigen Mittagessen in der Nähe des Toten Meeres machten wir uns auf den direkten Weg nach Eilat ins Kibbuz "Elifaz". Nach einer langen Fahrt im Kibbuz angekommen, bezogen wir eines der beiden Zelte, um uns dort ein Schlaflager für die nächsten Tage einzurichten. Den Abend ließen wir in einer geselligen Runde am Lagerfeuer ausklingen und gingen gemeinsam früh ins Bett um für die anstehende Wüstenwanderung ausgeruht zu sein.

Tagesbericht vom 30.03.2010 - Nicholas

Nachdem wir den "Sederabend" gut und satt überstanden haben, hatten wir auch heute Zeit für einen Tag mit der Familie. Der Vormittag wurde meistens eher ruhig angegangen und man genoss ein ausgiebiges Frühstück. Für den Nachmittag haben wir uns im Park verabredet, um dort in der Sonne zu entspannen oder die bereits gesammelten Kilos wieder durch ein gemeinsames Volleyball- oder Fußballspiel abzutrainieren. Da jedoch am nächsten Tag ein langer Trip nach Eilat wartete, machten wir uns am frühen Abend auf den Weg, um uns mit Schlafsack, Wanderschuhen und viel Wasser auf den Trip vorzubereiten. Als alle Sachen gepackt waren, ging es zum Yad Lebanim, dem allgemeinem Treffpunkt im Stadtzentrum, um dort die Oberbürgermeisterin Frau Dr. Dietlind Tiemann und unseren Organisator Niels Haberlandt zu verabschieden und ein letztes gemeinsames Bild zu machen, bevor sie nach einem kurzen Aufenthalt die Heimreise antreten. Um den Abend perfekt ausklingen zu lassen verbrachten wir den restlichen Abend gemeinsam in einem netten Restaurant im Park. Wir traten jedoch recht zeitig den Heimweg an, um für die bevorstehenden Tage ausgeschlafen zu sein.

Tagesbericht vom 29.03.2010 - Jeremy

Der zweite Tag der Reise war der erste Familientag, der mit dem Seder-Abend (passover) enden sollte. Wir fingen den Tag mit dem Besuch des städtischen Hallenbad, Ra'anana's an. Dort trafen wir auf die Brahmsche Gruppe, die als wir alle im Pool waren, eine Einheit Fitnesstraining bekamen. Ich war gerade mit Markus, meinem Mitbewohner, angekommen und hatte soeben meine Tasche und Schuhe abgelegt als die Musik und der Trainer der anderen Gruppe anfingen zu tanzen. Wir entspannten uns im Pool und im überfüllten Whirlpool. So circa um 12, waren wir alle draußen um schon schnell etwas Farbe zu bekommen wo dann die andere Gruppe sich mit uns zusammen schloss. Wir spielten eine Reihe an spielen, die allesamt jeden einzelnen von uns so schnell wie möglich zwischen zwei Stühlen hin und her zu hetzen die ca. 10m auseinander standen. Als die anscheinend unsportlichste Gruppe gewonnen hatte, gesellten wir uns nach kurzer Pause in einen kleinen Fitnessraum wo wir den Abend präsentiert und erklärt bekamen und danach den Film „walk on water“ sahen.
Es war halb vier ungefähr, als wir mit der Besprechung der anstehenden Eilat Reise fertig und auf dem nach Hause weg waren.
 Der zweite teil des Tages hatte angefangen, wo wir zu unseren Gastfamilien zurückfahren und einen wichtigen teil der Kultur erleben würden. Es war Pessach Abend. Markus und ich waren zuhause angekommen, und aßen noch einen Snack um den kleinen Hunger zu stillen. Wir entspannten uns mit Notebook und Musik bis dann um kurz nach sechs wir aufbrechen sollten. Wir hatten normale T-shirts anfangs an, dachten es wäre eine normale kleine Familienfeier, aber besannen uns dann doch Hemden anzuziehen als wir sahen wie die anderen sich schick machten. Die Feier war bei der Schwester unserer Gastmutter auf dem Land organisiert und wir trafen dort auf den ersten der ganzen Familie. Nachdem wir das mitgebrachte Essen abgegeben hatten, lernten wir die Leute kennen und beantworteten die vielen Fragen der 17 -köpfigen Gruppe.
Um 8 ging dann die Zeremonie des Vorlesens aus dem Buch los. Uns wurde eine halb deutsch, halb hebräische Fassung ausgedruckt, die einiges mehr an Schrift enthielt als die Version aus dem die anderen vorlasen. Wir versuchten unser bestes, dort halbwegs mitzukommen wurden aber oft um ein paar Seiten berichtigt. Die Atmosphäre war sehr fröhlich und es war allen anzumerken, dass sie den Tag ab 1 gefastet hatten und nun Hunger auf die lang ersehnte Mahlzeit hatten. Nach der Hälfte des Buches  hielten wir an, da die Familien meinten dass sie später den Text beenden würden und wir einfach jetzt zu essen anfängen da wir alle Hunger hatten. Nach dem vorzüglichen Essen fing die Familie an auf der Terrasse zusammen zu singen was für mich persönlich ein sehr neues Phänomen war. Dies dauerte bis wir um halb zwölf, erschöpft und satt nach Hause fuhren.

Tagesbericht vom 28.03.2010 - Lucy

Litraot Deutschland! Nachdem alle Pässe vom Flughafenpersonal ganze fünf Mal (!) kontrolliert wurden, kollabierten wir auf unseren Plätzen, froh, endlich ein wenig entspannen zu können, und pünktlich um 10:55 verließ unser Flugzeug den Flughafen Schönefeld. Die Taschen wurden verstaut, die Augen fielen zu.
Vier Stunden später: Shalom Israel! Endlich wieder zurück! Die Spannung stieg, die Freude genauso, und kaum waren die Koffer abgeholt, empfing uns Benny, unser alter Freund, der schon 2009 in Deutschland war, und uns auch im October abgeholt hatte. Noch eine halbe Stunde Busfahrt später, und wir wurden den Gastfamilien zugeteilt. Ich kam zu Gilli. "Zuhause" angekommen, wurde ich den Eltern und dem Bruder vorgestellt. Und was für ein Zufall! Da bin gerade ich als Österreicherin in eine österreichische Familie geschickt worden! Meine Gasteltern sprechen mit mir Deutsch, alle Familienmitglieder sind in Wien geboren! Herrliche zwei Wochen mit einem dauernden wechsel zwischen Deutsch, Englisch, und den Fetzen Hebräisch stehen mir jetzt bevor.
Nachdem wieder ein paar bekannte hebräische Wendungen aus dem Langzeitgedächtnis gekramt wurden, gab es was zu essen. Die letzte Mahlzeit lag schon einige Stunden zurück, also gab es bei uns Spaghetti Bolognese.
Im Laufe des Abends traf sich noch ein Teil der Gruppe miteinander, und mit einigen ehemaligen Austauschschülern von 2009 in der Nähe vom Park. Es tat so gut, die alten Gesichter wiederzusehen, denen man versprochen hatte, wiederzukommen. Allerdings haben wir auch unsere neuen Gastgeschwister schon etwas besser kennengelernt, haben die ein oder andere Geschichte gehört, und unterwegs ihre Freunde getroffen. Meine Gastfamilie ist wieder unheimlich lieb, bis auf die Katze, die mir als "Sissy, das wilde Tier" vorgestellt wurde.
Jetzt ist es Zeit, endlich ins Bett zu fallen. Frühes Aufstehen, vier Stunden Flug, Busfahrten und die Aufregung vor Ort gehen eben nicht Spurlos an einem vorbei.
Also! Leila Tov! (Gute Nacht!)