Tagesbericht vom 29.10.2009 - Nordisrael

Dieser Morgen beginnt mit Toast und Marmelade. Hektik im ganzen Haus, das jüngste der  vier Geschwister möchte nicht in die Schule,  meine Gastmutter versucht krampfhaft das Aufstehen des Kleinen und das Frühstücksgeschäft gleichzeitig zu managen, meinem Gastbruder ist das zu viel und er bittet lautstark  um Ruhe, seine ältere Schwester rennt in ihrer Uniform hektisch durch die Küche, um das Nötigste für den Tag zusammenzusuchen und flucht dabei. Ich mitten drin, hoffe als quasi fünftes Kind nicht auch noch all zu sehr mit Wünschen und Bitten in dem ganzen Trubel mitzumischen.  Nach langen Minuten zwischen Meckerei und Nörgel  hier und da und einem sehr knusprigen Toast , schaffen wir es doch bis ins Auto, um zum Treffpunkt der Gruppe zu fahren.  Auch im Bus ist der Lärmpegel nicht unbedingt angenehmer. Heute sind  unsere israelischen Freunde mit von der Partie. Daran könnte es liegen, sie lieben es zu singen. Ich selbst aber habe meine Kopfhörer in die Ohren gesteckt und schaue aus dem Fenster. Das Wetter ist anders als sonst. Ein Mann sagte mir einst, es würde in Israel niemals regnen, dennoch ist der Himmel voller Wolken, aus denen  Tropfen gegen die Scheibe des Busses schlagen. Das Wetter verleiht der mediterranen Umgebung ein ungewöhnliches melancholisches Gesicht. Nach einer Stunde Fahrt erreichen wir unser erstes Ziel. Einen Garten der Bahai, einer seit dem 19. Jh. existierenden Glaubensgemeinschaft die an einen Gott glaubt, aber mehrere Propheten darunter Buddha und Jesus hat. Die Bahai haben aufgrund ihres Glaubens keine israelische Staatsangehörigkeit, sie lehnen jede Form von Hierarchie ab, erzählt unser Guide.  Der Garten besteht aus Terrassen, die mit Rasen, Brunnen, Statuen und verzierten Geländern geschmückt sind. Wir fahren den Berg hinauf, auf dem der Garten angelegt ist. Von oben kann man über die ganze Stadt Haifa samt Hafen blicken. Nach einer viertel Stunde blicken und Fotografieren sitze ich wieder im Bus und schaue aus dem Fenster. Der Lärmpegel ist Dank vieler Handys und modischen Klängen wieder auf dem vorherigen Level. Das heißt für mich wieder die Kopfhörer in die Ohren zu stecken und dem Regen an der Scheibe weiter zuzuschauen. Das nächste Ziel ist fünfundvierzig Minuten entfernt. Man sagt uns es sei der nördlichste Punkt Israels und die Grenze zum Libanon. Als wir ankommen regnet es stark und ein jeder von uns rennt geduckt vom Bus  zu einem Dach, das zu einer Gondelbahn gehört. Das etwas altmodisch aussehende und zermürbte Fahrgeschäft soll uns in eine von Briten gehauene Tunnellandschaft hinunter fahren. Als ich und die Leute, die mit mir in meiner Gondel waren nach einer kurzen Fahrt unten ankommen, regnet es nicht nur, sondern es weht auch ein starker Wind vom Meer in die kleine Bucht hinein, welcher von Blitzen und Donnern begleitet wird.  Immer wieder bröckeln Steine von dem uns umgebenden Felsen auf uns herab. Als die gesamte Gruppe sich endlich versammelt hat gehen wir in ein Kino. Hier wird uns ein Film über den Ort an dem wir uns befinden gezeigt. In Deutsch, nicht sehr zur Freude unserer israelischen Freunde versteht sich.  Der Film zeigt die Entstehung und Geschichte von Rosch Ha –Nikra. Besonders zu vermerken ist die Mühe, die sich hier gemacht wird, dem Zuschauer das Geschehen auf Leinwand des Kalten Höhlenkinos durch Wind und Wassereffekte nahe zu bringen. Mit schiefer Frisur und nassen Shirts geht es in die kleine Höhlenlandschaft. Auf rutschigem Boden bewegen wir uns durch schmale dunkle Gänge an denen sich links und rechts das Meer kleine Nischen und Höhlen in den Stein gefressen hat. Nach dieser kleinen Expedition geht es via Gondel wieder Bergauf. Glücklicherweise  ist der Ausgang der Gondelbergstation so  gestaltet, dass man ohne zu suchen und ohne sich verlaufen zu können direkt in den Souvenirshop gelangt, denke ich mir, vor allem bei diesem  Wetter. Während sich also der Großteil der Gruppe mit dem Bestaunen der Souvenirs oder Kaffeetrinken beschäftigt, suche ich nach der Staatsgrenze, die es hier geben soll. Ein altes Blaues Tor, zugehangen mit Tarnnetzen und einem Vorhängeschloss, dass die Soldaten nicht aufbekommen, als ein Fahrzeug passieren will. Dann viel Stacheldraht und irgendwo dahinter soll dann ein anderes Land Namens Libanon sein.
Die Letzte Station unserer Tages und wenn man es genau nimmt auch unserer Reise als Gruppe ist Akko, eine von vornehmlich Arabern bewohnte historische  Stadt, in der es zwei Moscheen und eine Kirche gibt.  So laufen wir als geschlossene Gruppe unverkennbar als Europäer durch die alte Stadt, in der es je nach dem wo man sich befindet nach Gewürzen und Früchten duftet oder nach weniger schönen Dingen riecht. Als wir ein bisschen „Freetime“ haben laufe ich die gesamte Innenstadt einmal alleine ab, um zu sehen, was es alles zu entdecken gibt. Die Araber schauen mich nicht unbedingt willkommen an. Ich denke mir, wie es diese Menschen nerven muss, dass ständig offensichtlich besser betuchtere, als sie selber sind, durch ihre Stadt rennen und ihre Erlebnisse mit Sony und Casio in Hochauflösung einfangen. Sie werden sich daran gewöhnt haben. Am Nachmittag ist unsere heutige und letze Tour beendet. Der Busfahrer tut uns den gefallen, nachdem wir im Bus nicht essen dürften „Eis am Stiel“ im Bus- TV zu zeigen, zwar auf Hebräisch, aber die Bilder sprechen für sich. 

Johannes Trubel

Tagesbericht vom 28.10.2009 - Tag in Ra´anana

Als ich heute Morgen vom Klopfen an meiner Tür aufwachte wunderte ich mich. Sonst war ich immer rechtzeitig aufgestanden und als ich auf meinen Wecker sah wunderte ich mich: es war doch erst 7.00 Uhr? Ich stand langsam auf und sah aus Sorge erneut auf die Uhr. Leider fiel mir erst zu diesem Zeitpunkt auf, dass mein hochmoderner iPod die Zeit für Deutschland automatisch umgestellt hatte.
Ich war eine Stunde zu spät aufgestanden. Also machte ich mich in aller Eile fertig und packte meine Sachen, doch als ich am Treffpunkt ankam war ich eine der Ersten. Zum Glück hatte ich nicht vergessen das Gruppen-T-Shirt anzuziehen.
Letzten Endes waren alle beisammen (nur Max, Rebecca und Benny fehlten - sie bereiteten den Abschlussabend vor und Johannes war leider krank).
Amir führte uns in das Gebäude an dem Platz an dem wir uns immer treffen. Innen gab es ähnlich dem Yad Vashem einen Raum zum Gedenken der gefallenen Soldaten. Es herrschte andächtige Stille als Amir uns von allen erzählen konnte, denn er hatte sie selbst gekannt.
Im hinteren Teil des Raumes gab es Ordner mit Geschichten (die wir leider nicht lesen konnten, sie waren in Hebräisch geschrieben) und Bildern von den Soldaten.
Als wir den Raum verliessen gingen wir in das Raanana Museeum, in dem uns erklärt wurde wie Raanana aufgebaut wurde und entstanden ist. Es gab Fotos mit Vergleichen von früher zu Heute und wieder konnte sich Amir an Personen auf den alten Fotografien erinnern.
Ausserdem waren in dem Gebäude (Yad Labanim) ein Theatersaal, eine Bibliothek fuer Kinder und Erwachsene und ein Ausstellungsraum in dem gerade Karikaturen ausgestellt werden.
Alle hörten interessiert zu und sahen sich die (manchmal etwas seltsamen) Karikaturen an.
Danach fuhren wir mit unserem winzigen Bus in den Park in Raanana, auf den in dieser Stadt besonderen Wert gelegt wird. Teile des Parks sind behindertengerecht eingerichtet, um behinderte Kinder in den normalen Alltag zu integrieren und ihnen Möglichkeiten zum Spielen zu geben. In dem Park gibt es außerdem einen Art Fitnessbereich, einen Teil für Blinde, einige Tiergehege, einen See, ein Café und ein Amphietheater.
Im Park war zu dieser Uhrzeit aber kaum jemand zu sehen, trotzdem kann man sich von diesem Park   für die Verbesserung der Grünanlagen in Brandenburg inspirieren lassen, denn dort kann man wesentlich leichter entspannen und sich sogar auf die Wiese setzen.
Weiter ging es zum Bürgermeister der Stadt, der uns kurze Zeit warten ließ, bis es uns zu einem freundlichen Gespräch empfing. Natürlich  sprachen wir über die Stadt und unsere bisherigen Erlebnisse. Jeder von uns bekam einen Schlüsselanhänger und es ging weiter zum entspannteren Teil des Tages: das Schwimmbad.
Assaf, der Leiter des Schwimmbades hatte uns eingeladen ihn einmal zu besuchen und so musste niemand von uns Eintritt bezahlen. Zum Gräuel der Mädchen mussten wir Badekappen aufsetzten (die Männer natürlich nicht! - wie gemein!!), hatten aber trotzdem 3 Stunden Spaß beim Schwimmen, in der Sonne liegen und Ballspielen.
Wir durften sogar den Whirlpool, Tennis spielen und das Dampfbad benutzen.
Als alle sich abgetrocknet hatten und fertig waren kauften sich manche ein Eis und wir fuhren weiter zur so genanneten Shopping-Mall und hatten einige Stunden Zeit, um unser Geld auszugeben.
Ich kaufte einige Souvenirs und Geschenke für meine Familie und meine Freunde bis wir von unseren Gastfamilien abgeholt wurden.
Ich ging mit meinem Gastvater etwas essen und das war auch schon das Ende meines Tages, denn obwohl ich eine Stunde zu lang geschlafen habe, haben mich die Stunden im Wasser und das lange Shoppen ziemlich müde gemacht und ich freue mich schon auf mein Bett.
Jetzt sind es leider nur noch wenige Tage die uns bleiben.
Ich hoffe Johannes geht es morgen wieder besser.

Bis Bald, Marcella

Tagesbericht vom 27.10.2009 - Die Vielfältigkeit Israels

Schon heute Morgen durfte ich die Vielfältigkeit von Menschen und  Kulturen kennenlernen, denn Lisa und Lucy haben bei mir übernachtet. Ein gemeinsames Frühstück und eine Taxifahrt zum Treffpunkt folgten nach der Dusche und dem üblichen Mädchen-Stylingprogramm.
Roman erwartete uns, wir kennen ihn ja schon. Ab in den Bus und schlafen, nach einer 2-3 stündigen Fahrt erreichten wir die Stadt Buenia-Nujidad, wo wir mit dem dortigen Bürgermeister über die Stadt sprachen. Genau danach erbot uns eine tolle Möglichkeit, wir besuchten in dieser kleinen arabischen Stadt die Schule und konnten auch mit den Schülern der 12a sprechen. Wir sprachen über kulturelle Verschiedenheiten, wie etwa der Religion und dem Kopftuch. Die Schüler waren sehr herzlich und sprachen  über Sehnsucht, nach unserem Verlassen und dass sie versuchen wollen, auch mal nach Deutschland zu kommen. Es war eine sehr interessante Begegnung, jedoch fühlten wir uns auch ein bisschen unwohl, denn sehr viele Schüler bestaunten uns wie eine Parade. Nach leckerem Mittag (Falafel, Gemüse und sämtlichen anderen israelischen Spezialitäten) mussten wir weiter. An die syrische, militärbewachte, Grenze. Es roch komischerweise extrem nach Fisch, wir wissen nicht warum. Weniger als 5min mit dem Bus weiter, durften wir auf einer öffentlichen Plantage Äpfel pflücken. Wusstet Ihr, dass die Israelis ca. 20kg Äpfel im Jahr essen, obwohl sie ja die exotischsten Früchte hier haben? Ich wusste es vorher auch nicht und Roman erzählte uns, dass vor allem Studenten mit dem Verkauf von Äpfeln sich etwas Geld ergattern. Es liegen immer noch Äpfel hier neben mir im Bus, aber ich habe heute schon zu viele gegessen. Ich denke, ich schenke sie Yael, meiner Gastgeberin. Nach der Apfel-Pflück-Aktion fuhren wir geradewegs in einen Kibbutz. Die Menschen hier leben in einer großen Gemeinschaft, fast wie eine Familie. Sie haben ihre eigenen Arbeitsplätze und verdienen keinen eigenen Lohn, es geht alles an die Gemeinschaft. Es gibt sogar eigene Gesetze, wie z. Bsp. Kein TV, Auto oder DVD, damit sich keiner reicher oder besser fühlt. An sich keine schlechte Sache, wie ich finde. Für mich persönlich am schönsten, war die folgende Überraschung: der See Genezareth. Es war sehr schön, ich fühlte mich Gott sehr nahe. Es war sehr ergreifend und ebenso wunderbar. Ich danke Gott und Roman und allen anderen, die das ermöglicht haben, für diesen schönen Tag.

 Jetzt geht es zurück nach Ra´anana, wo hoffentlich Sushi, Yael und ein schöner, gemütlicher Abend mit meinen Freunden auf mich warten. Was wir morgen machen? Lasst Euch überraschen 
Rebecca Thomas (Becks)

Tagesbericht vom 25.10.2009 - Tel Aviv

Nach einer zwar sehr langen ( ungefaehr 9 Stunden Schlaf für mich, fast schon zuviel), aber sehr ereignisreichen Nacht (das Essen in der Wüste ist nich unbedingt empfehlenswert) starteten wir wie fast jeden Tag um 8 Uhr an unserem heiß geliebten Yad Lebanim-Platz, um heute zusammen mit Assaf nach Tel Aviv zu fahren. Mir war Assaf sofort sympathisch und so sah ich über mein geheimnisvolles und mysteriöses Bauchgrummeln hinweg und freute mich sehr, als wir endlich losfahren konnten, nachdem Felix auch endlich da war (er hatte leider das gleiche  Problem wie viele, die in der Wüste essen).
Eigentlich ist Tel Aviv gute 20-30 Minuten von Ra'anana entfernt, doch wir gerieten in die sehr "beliebte" Rush-Hour hinein. Was soll's? Mit Musik im Ohr und netten deutschen Menschen um mich herum lies es sich aushalten.
Als wir dann nach einer sehr sehr sehr guten Stunde ankamen, zeigte uns Assaf die Altstadt Tel Avivs, welche unglaublich schön war, so dass ich mir vornahm, hier ein Haus zu kaufen :) Doch was wäre dieser Vormittag ohne mein persönliches Highlight gewesen? Nichts! Also ab zum Flohmarkt. Zunächst skeptisch beäugte ich die diversen herumliegenden Objekte. Dann so ganz langsam hebte sich die Stimmung als Jenny und ich wahnsinnig schöne und antike Spiegel sahen. Doch das Beste war, dass ich knappe 5 Minuten vor Treffzeit Stiefel fand. Es waren nich nur irgendwelche Stiefel, nein, es waren braune, alte und aus echtem Leder gefertigten Stiefel, die so laut jammerten und bettelten, dass ich sie nach langem Verhandeln dann in meine Arme schliessen und sie MEIN nennen konnte.
Danach fuhren wir in die Neustadt Tel Avivs, die gleich am Anfang mit einem riesigen Markt lockte. Assaf gab uns kanppe 2 Stunden um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Also stiefelten Jenny und ich Richtung Geschäfte und zumindestens sie wurde schnell fündig und freute sich sehr über ein Fussballtrikot Israels.
Als sie sich dann mit Assaf in einem Cafe traf, wurde mir die Sache zu entspannt und ich ging alleine los und freute mich riesig, als ich den doooooofen Bankautomaten überwand (wir sind in Israel, also ist der auf Hebräisch gewesen und meine Sprachkenntnissse gehen leider nicht übers Komplimente machen hinaus).
Als wir uns dann wiedertrafen, waren alle sehr hingerissen von den Dreadlocks die sich einige von uns machen ließen.
Nach einer kurzen Bustour, die fuer unsere männlichen Geschöpfe sehr spannend war, doch dazu später mehr, erreichten wir nun ja, wie auch immer man es nennt, die Strandpromenade, die mich sofort durch viele gemütliche und einladende Cafes und Bars beeindruckte. Ich heftete mich an die Fersen von Felix und Co, weil mir das im Cafe sitzen von Jenny und Assaf wirklich zu entspannt war.(Ja, sie saßen schon wieder in einem)
Letzten Endes saß ich dann auch in einem mit einer Eisschokolade in der Hand und war sehr glücklich, als mir der Wind ins Gesicht wehte, ich auf das Mittelmeer gucken und mich nett unterhalten konnte. Doch, eins sage ich euch, setzt euch NIE, wirklich NIE mit Jungs in ein Cafe, denn jedes weibliche Wesen was vorbei kommt, wird sofort auf einer Skala von 1-10 bewertet. Doch am Strand liefen nur 3en-6en herum. Schade, schade Jungs. Das war übrigens auch das Spannende im Bus, denn aus dem Fenster schauend, entdeckte einer von ihnen eine glatte 9!!!!JUHUUUUU!!! hörte man es quer durch den Bus.
Auf der Rücktour wurde dann noch schnell geklärt, was jeder morgen macht.
Und ich werde mich dann mal fertig machen fürs Schokorestaurant.
Es war ein unglaublich schöner Tag!
Lisa

Tagesbericht vom 23./24.10.2009 Wüste Negev

Liebes Tagebuch,
Die Zeit vergeht schneller, als wir gedacht hätten. Jetzt liegen eine Nacht und ein Tag in der Wüste Negev hinter uns: Gestern Abend kamen wir mitten im Nirgendwo an, nirgendwo im Dunkel, 100 Meter von einer Klippe entfernt. Das Erste, was gemacht wurde, war Feuer, dann haben die Männer gekocht. So sah das dann auch aus: Riesige Fleischbrocken zwischen Karottenstücken, die so groß waren, wie die halben Kartoffeln, die hinein gepfeffert wurden. Den meisten hat es geschmeckt, mir persönlich war da viel zu viel Knoblauch dran, und ich konnte es nicht essen. Aber immerhin wurden wir Frauen bekocht!
Natürlich gab es auch einen Nachtisch: Marshmellows. Heiss und klebrig, so muss das sein. Ein Lagerfeuer ohne geröstete Marschmellows ist kein Lagerfeuer. Ich hasse dieses süße Zeug, aber wenn mir Lee schon so liebevoll drei röstet, kann ich das Angebot doch nicht abschlagen.
Um das Feuer gekuschelt merkte niemand, wie kalt es wurde. Singend, erzählend, lachend war jeder sitt, satt, und zufrieden mit sich und der Welt. Aber als die Gesellschaft sich langsam aber sicher auflöste, und sich jeder in seinen klammen Schlafsack legen musste, fing das große frieren an. Ca. um 01:00 Uhr war dann Ruhe in unserem Nachtlager. Das Feuer war aus, die letzten waren ins Land der Träume verschwunden, nur Max und ich lagen mit Blick zum Himmel auf der Matte und erzählten noch stundenlang. Nach 1,5 Stunden Schlaf wurden wir geweckt: 06:00 Uhr früh! Der erste, abgesehen von unserem Guide, der fit war, war Benny, der sofort wieder seine Kamera draußen hatte, um die verquollenen Gesichter zu fotografieren. Wunderbar! Gut, dass ich nur kurz eingenickt bin, und nicht so fertig ausgesehen hab ;) .
Frühstuck: Pfannkuchen, Schokoladenkuchen, Brot und Tee. Sehr passend, in der Wüste mit Schokoladenkuchen versorgt zu werden. War aber alles wunderbar lecker, und so begann unser Tag mit viel guter Laune.
Jetzt, wo die Sonne wieder alles hell erleuchtete, konnte man den Abgrund sehen, der einem am Abend noch wie ein Märchen geklungen hatte, das uns vom Entfernen der Gruppe abschrecken sollte. Weit in die Tiefe ging es, und Amalia erzählte mir, dass von einer Scout-Gruppe aus Ra'anana jemand runtergestürzt ist, weil er das Gleichgewicht verloren hatte. Mir wurde schlecht, und ich hab mich nicht mehr an den Abgrund getraut.
Als der Bus uns abholen kam, waren wieder alle fit. Geschminkt, Zähne geputzt, gefrühstückt, die Temperaturen waren wieder erträglich.. Was braucht der Mensch mehr?
Der Bus brachte uns zum anderen Extrema: Nach einer Nacht in absoluter Kälte und der Bewegungslosigkeit ging es nun tiefer in die Wüste, in der wir einen 10km langen Marsch hinter uns brachten.
Sonnenbrandgefahr: Sogar Max hat sich eingekremt, obwohl es sonst nicht seine Art ist. Collin musste schnell seine Weintrauben essen, bevor sie zu Rosinen wurden, und jeder hat mindestens zwei Liter Wasser getrunken, und das meiste wieder ausgeschwitzt: Das Geld für die Sauna haben wir uns gespart!
Bei dieser Kletteraktion musste ich immer wieder an das Versprechen, mich im Sportunterricht vor nichts mehr zu drücken, denken, was ich mir am Anfang diesen Schuljahres gegeben hatte. Andere haben schon ganz andere Leistungen erbracht, und ich bin nicht die erste, die das jetzt hier macht, hab ich mir gedacht. Also bin ich mitgelaufen, ohne mich zu beschweren. Als wir um die letzte Ecke kamen, und den Bus gesehen haben, musste ich rennen. Endlich! Der Erlös! Also kam ich total fertig nach einem 200m Schlusssprint am Bus an, kollabierte auf meinem Sitz und schlief fast durch, bis wir in Ra'anana ankamen.
Ich muss schon sagen, die Nacht in der Wüste war eine tolle Erfahrung, und ich bin froh, das gemacht zu haben. Der Fußmarsch durch die Wueste war lang, aber jetzt fühl ich mich absolut wohl. Frisch geduscht, gefüttert und k.o. falle ich jetzt ins Bett: Der erste Abend ohne dass wir uns alle irgendwo treffen.
Ganz ehrlich: heute habe ich ausnahmsweise KEINE Lust, noch IRGENDetwas zu machen :) Gute Nacht, liebes Tagebuch. Schlaf schön!
Lucy Standring

Tagesbericht vom 22.10.2009 - Sederot

Ginge Liebe wirklich nur durche den Magen, käme ich von Israel nicht los. Der kulinarische Amor in Form meiner Gastmutter hat seinen Pfeil in Form von belegten Brötchen (Humus, Schinken, Tomate, Salat) tief in mich gebohrt.

In gewohnter Frische traf man sich um 7:30 am zentralen Yad Lebanim-Platz, mit dem von uns inzwischen, wie auch das Essen, ins Herz geschlossenem Busfahrer, der uns mit dunkler Sonnenbrille, zahlreichen Artefakten um seinen Fahrersitz herum und ruhiger Miene sicher durch das Erez Israel kurvt; außerdem mit dem uns bis dahin unbekannten aber sofort sympathischem Tourguide Ramon.

Nach einer kurzen Busfahrt hielten wir am Strand von Herzilyia, einem benachbartem Vorort Tel Avivs, auf einer Klippe aus Sandstein. Hier hat ein Künstler aus Fundstücken sein Haus in den Stein gebaut. Um uns die Geographie Israels zu verdeutlichen, erstellten wir ein Modell Israels im Sand, einschließlich Flüssen, Seen und Bergen. Mit Zetteln kennzeichneten wir die Landschaft, Bevölkerungsgruppen und Nachbarländer worauf uns Roman in einige dieser einführte.

Leider ist Israel weniger fuer seine Küche bekannt als für seine Konflikte, die zu erkennen und verstehen das Ziel unseres nächsten Ausflugs sein sollte. Wir fuhren in die nah am Gaza-Streifen gelegene Stadt Sederot. Die Lage hier ist zur Zeit für dortige Verhältnisse relativ ruhig, was in etwa heißt, dass die Stadt lediglich rund einmal die Woche das Ziel von Hamas-Raketen wird.

Nach einer Erläuterung der Geschichte und heutigen Situation Israels, besuchten wir den städtischen Notbunker, der mit Computern, Landkarte und weiteren Notwendigkeiten der Art ausgestattet ist. In einem Glasschrank am Eingang sind Überreste der Kassam-Raketen ausgestellt, die die Hamas hauptsächlich verwendet. Ein kurzer Film, überladen mit Pathos, sollte uns die Schrecken und Umstände zeigen, in der die Stadt lebt, zeigte jeodoch auch zu welcher Gewohnheit die ständige Bedrohung geworden ist.

Unsere letzte Station am heutigen Tag war ein Beduinendorf, das jedoch von der Regierung nicht anerkannt wird. Auf mit bunten Teppichen ausgelegten Sitzbänken in einem großen, ansonsten relativ spartanisch eingerichteten Raum, abgesehen von den dekorativen Stoffreihen, die die Wände zieren, schilderte uns das Oberhaupt des Dorfes seine Ansicht der kontroversen Diskussion über die Anerkennung und damit Versorgung der Beduinendörfer. Auf dem Heimweg stellte uns Ramon hierzu die Gegenseite dar, „the other side of the coin", wie er es nannte.

Nicht nur führte ein Bissen tödlich scharfer Pepperoni aus einem Imbissladen in Sederot zu neuen kulinarischen Erkenntnissen über das Land Israel, sondern brachte der Tag im Allgemeinen viele neue Einsichten,  mir aber vor allem eine: das Israel ein Land mit unzähligen Schwierigkeiten, Problemen und Konflikten ist, die alle kontrovers sind und keine einfachen Lösungen haben.

Matthias Dold

 

Tagesbericht vom 21.10.2009 - Totes Meer und Massada

7.45 Uhr, üblicher Treffpunk, verschlafene Gesichter vom Vorabend.
Mit dem Bus fuhren wir ca. 3 Stunden bis Masada, ein Nationalpark, indem Ruinen von Häusern juüdischer Freiheitskämpfer stehen. In Masada hatten wir 1 Stunde Zeit uns die Hausruinen anzugucken und die Landschaft und den Ausblick zu geniessen. Es war wunderschön, aber leider wie auch die Tage zuvor sehr warm, so dass wir alle sehr verschwitzt waren.
Daher waren wir froh, als wir nach einer halben Stunde Fahrt am toten Meer ankamen. Es ging natürlich sofort ins Wasser. Und wirklich- wir hätten Zeitung lesen können, hätten wir eine gehabt. Wir waren alle sehr begeistert von dem Gefühl auf dem Wasser zu schwimmen, ohne etwas tun zu müssen. Bevor wir uns abgeduscht haben, nahmen wir noch ein Schlammbad. Von Kopf bis Fuß bedeckten sich die Meisten mit Schlamm, der gut für dir Haut ist. Nachdem auch jeder als Moormensch fotografiert wurde, mussten wir los. Doch kein Tag ist perfekt und wir fuhren eine hlabe Stunde zu spät los, da einige (inklusive mir) trödelten. Es war bereits kurz nach 16 Uhr als wir losfuhren.
Als wir gegen 19Uhr in Raanana waren wurden wir von den Gastfamilien abgeholt.
Am späten Abend trafen sich die meisten der Jugendlichen in einem Park in Raanana um den Geburtstag von Matthias, der 19 geworden ist, zu feiern.
In diesem Sinne:
Happy Birthday Matthias (Yom Huledet Same'ach)

Jasmin

 

Tagesbericht vom 20.10.2009: Jerusalem… Nur eine Stadt?

Morgens 6.50Uhr, Israel… Aufstehen, heute ging es in die Religionshauptstadt.7.15Uhr…Treffpunkt Ra´anana. Natürlich kam mehr als die Hälfte zu spät…Immerhin wohnen wir bei Israelis, deshalb kam auch der Bus zu spät. Israel eben.

Nach 1 ½ h Fahrt mit viel Essen und Schlaf kamen wir in dem Holocaust-Museum Yad Vashem an. Eine sehr bedrückende, aber auch interessante und gelungene Führung von der Berlinerin Sarah. Ich glaube ich muss nicht wirklich erwähnen, wie wir uns fühlten. Es war einfach unfassbar und ebenso unvorstellbar, mit wie viel Aufwand die Juden deportiert wurden. Wir wussten nicht nur die Zahl 6 Mio. der Toten, wir kannten nun auch Namen, Geschichten, Träume, Hintergründe und ebenso die Täter, welche auch Menschen waren, kannten wir nun; zumindest sahen wir ihre Geschichte. So auch die der Familie Spiegel. Die Überlebenden dieser jüdischen Familie wollte ein Denkmal für jeden errichten, vor allem für verlorene Kinder. Sie spendeten genug Geld, um ein eigenes Museumsgebäude bauen zu lassen. Ein dunkler, verspiegelter Raum…Unendliche viele Lichter, trotzdem nur 5 Kerzen. Man hörte 3000 Namen und deren Alter, sowie Nationalität in ziemlich vielen Sprachen… alles Kinder, 1,5Mio. Tote. Tote Kinder.

Doch wir mussten leider diesen unfassbaren Ort verlassen, denn wir hatten noch ein anderes Ziel: die Altstadt Jerusalems. Eine wunderschöne, beeindruckende Stadt… und eine große Route durch diese Stadt, ein weiter Weg. Aber sehr wundervoll. Wir sahen die Klagemauer; die Grabstätte Jesu, wo nun eine Kirche steht, eher für die Touristen gedacht und das typische Basarleben Israels. Jerusalem, geschmückt von Palmen, Sonne und ein harmonisches Miteinander zwischen Einwohnern und Besuchern. Doch auch diese Ansicht endete sehr schnell. Nun sitzen wir im Bus und fahren nach Hause. Mal sehen, was uns heute noch so erwartet. In diesem, Euch so fernem, Land.

Shalom, Sascha.

Aktuell: das Programm als Download

Program Brandenburg Group 2009 191009.xls Program Brandenburg Group 2009 191009.xls (32,8 kB)

Tagesbericht vom 19.10.2009 - Ankunft in Ra´anana

4Uhr Morgens- verquollene Gesichter von schwitzenden Jugendlichen. Mit dem Flugzeug von Berlin nach Frankfurt und von Frankfurt zu unsrem Ziel -Tel Aviv. Von dort aus mit dem Bus nach Raanana.
Kaum aus dem Bus ausgestiegen fuehlte man sich wie ein VIP. Alle stuermten um uns herum, begruessten einander und erfuhren in welchen Gastfamilien sie diese 2 Wochen leben wuerden. Dann wurden Koffer und Jugendliche in Auto verfrachtet und zu den Familien gefahren.
In meiner Familie wurde sich erstmal ordentlich begruesst und noch etwas zusammen gesessen. Gegen 6 Uhr musste sich meine Gastschwester, Neta, langsam fuer die Schule fertig machen und ich mich fuers Bett. Totmuede von der anstrengenden Anreise fie lich schliesslich ins Bett.
Ein Glueck war ich gegen 13Uhr wieder fit genug mich aus dem Bett zu bewegen und mich fertig zu machen. Dann wurde ich liebevoll mit Sandwiches fuer den Tag versorgt und zu unserem, von nun an alltaeglichen, Treffpunkt Yad Le Banim gefahren. Dort warteten bereits die ertsen und sofort ging das grosse Quatschen los.  Jeder wollte unbedingt wissen ob die Gastfamilie nett ist und wie es dort aussieht…Letztendlich waren, soweit ich es mitbekommen habe, all emit ihren Familien und der Umgebung zufrieden.
Irgendwann hatten wir uns soweit beruhigt, dass Jenny uns auf Taxis aufteilen konnte, die uns zum Strand brachten.
Beriets halb von der Sonne erschlagen und an Hitzeschlag gestorben suchten wir uns einen geeigneten Platz am Strand und dann gings sofort hinein ins kuehle Nass. Plantschend und Lachend genossen wir die Sonne und das Meer und freuten uns beriets auf die naechsten Tage.
Am Abend dann wurden wir zu Yael eingeladen zu einer kleinen ''Kennlernparty". Wir sassen alle zusammen, hatten-natuerlich- Spass und unterhielten uns mit den  neu dazugekommenen Schuelern. Auch lernten wir bereits die ersten Saetzte auf Hebraeisch au sagen. :-D
Gegen 12Uhr wurden die meisten abgeholt und konnten zum zweiten Mal erschoepft und erschlagen von neuen Eindruecken und Gefuehlen ins Bett fallen.
Jasmin

Abflug nach Israel!

Am heutigen Tag um 18:15 Uhr war für die 20-köpfige Gruppe Abflug vom Flughafen Berlin Tegel nach Tel Aviv, Israel. Die  Teilnehmer  unter der Delegationsleitung von Jenny Nobis und Felix Odebrett werden in den kommenden 14 Tagen das „Heilige Land“ mit all seinen historisch und kulturell bedeutenden Orten und Sehenswürdigkeiten erkunden. Des Weiteren wird der Gruppe die Möglichkeit geboten in den Gastfamilien das Leben ihrer, im Sommer während der Austauschmaßnahme in Brandenburg an der Havel neu gewonnenen,  Freunde hautnah kennenzulernen.

 

Zum ersten Mal ist es möglich täglich auf der Internetseite des Vereins für internationale Arbeit im Sport „Ra’anana e. V.“  www.raanana-ev.de Informationen über die Unternehmungen des Tages und Impressionen der Jugendlichen aus der Havelstadt zu erfahren.

ALWAYS ON THE MOVE

Termin: 18.10.2009 bis 31.10.2009

Ort: Ra´anana/Israel

 

Knapp drei Monate ist es nun her, dass der Verein für internationale im Sport und die Stadtsportjugend 20 junge israelische Sportler aus Ra´anana in der Havelstadt begrüßten und ihnen gemeinsam mit Schülern des von Saldern Gymnasiums zwei erlebnisreiche Begegnungswochen bescherten.
In den Oktoberferien ist nun das Wiedersehen geplant: Eine Delegation aus insgesamt 20 Jugendlichen und Fachkräften tritt am 18. Oktober die Rückbegegnung an. Ebenfalls zwei Wochen lang werden sie die Freundschaften auffrischen und das „Heilige Land“ Israel kennen lernen. Unter ihnen sind auch wieder fünf Fachkräfte, die in diesem Rahmen neue Projekte im kommenden Jahr planen werden. Geleitet wird die Gruppe durch die Jugendsportkoordinatorin im Stadtsportbund Jenny Nobis und dem Vertreter des Deutschen Rugby Verbandes Felix Odebrett.

„Nach Israel zu fliegen bedeutet Geschichte, Politik und Religion live und hautnah zu erleben.“, erklärt der Leiter des Projektes Niels Haberlandt. „Die Jugendlichen lernen ohne dass sie es merken. Themen wie die Shoa, die Entwicklung des Staates Israel und natürlich auch die aktuelle Situation im Nahost-Konflikt spielen in der Begegnung eine wichtige Rolle.“

Wie im letzten Jahr, werden die Jugendlichen auch diesmal bei Gastfamilien in der Stadt Ra’anana (nahe Tel Aviv) wohnen, in deren Kultur eintauchen und das durch die Historie geprägte Land und dessen Facetten aus einer besonderen Perspektive erkunden. Die Klagemauer, das Tote Meer und auch die Gedenkstätte „Yad Vashem“ werden ihre Besucher in den Bann ziehen und die unterschiedlichsten Eindrücke hinterlassen.